Zugegeben, die Präsentation ist nicht sehr verlockend. Auf Wühltischen zwischen Regalen mit Nudeln auf der einen und Shampoos auf der anderen Seite liegen die Textilien. Zahllose Kunden haben vor meiner Ankunft dafür gesorgt, dass man beim bloßen Hinsehen nicht erkennen kann, um welche Art Textilien es sich handelt. Zwischen aufgerissenen Packungen und Babybadehosen schimmert es metallgrau. Ich packe eine Faust voll Stoff und ziehe. Frotteebademäntel und Kinderleggins purzeln zur Seite, und ich strahle. Was ich zu Tage gefördert habe ist eine hoch modische Damenjeans in der Farbe der Saison und meiner Größe. Der Schnitt scheint ideal für meine Figur, die Taschen sind mit einer floralen Applikation dezent aufgepeppt. Ich blicke mich um. Hosen kaufe ich nie ohne Anprobe. Doch wie soll ich im Lebensmittelhandel eine Anprobekabine finden? Kurz entschlossen streife ich das Objekt meiner Begierde über meine Sommer-Piratenhose. Auf einem Bein hüpfend muss ich dabei einer eiligen Kundin ausweichen. Passt. Noch größer wird mein Jubel beim Blick aufs Preisetikett. Keine zehn Euro.
Inzwischen hat meine Discounter-Hose drei Waschgänge hinter sich. Sie sitzt immernoch perfekt, die Farbe ist die gleiche geblieben. Eindeutig 10 Punkte.
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